Regierungskrise in Schloß Holte

VfB Schloß Holte vs. TV Hörde II

2:3

(25:23, 08:25, 27:25, 19:25, 12:15)

Die zweite Damenmannschaft reiste am vergangenen Sonntag bei grauem Regenwetter zum Tabellenvorletzten VfB Schloß Holte. Die Mission war klar: bloß kein erneutes Fünf-Satz-Spiel, denn das hatte man bereits in den letzten vier Spielen vollbracht. Mit breiter Brust hätte man als Tabellenvierter gegen die Gastgeberinnen auflaufen und sich am besten einen 3:0-Sieg holen können. Nicht nur die Deutsch-Lehrer unter euch werden an dieser Stelle durch den Gebrauch des Konjunktivs II vielleicht schon vermuten, dass es doch anders kam.
Zehn Hörderinnen waren mit von der Partie, neben unseren Langzeitausfällen Ivy, Marlene und Merja fehlte lediglich „Jetset-Bader“, die mal wieder in fernen Ländern unterwegs war.

Zunächst fing es recht normal an: der Großteil der Mannschaft beschwerte sich wegen der niedrigen Temperaturen in der Halle, Maga zauberte bei der Ein oder Anderen eine spieltaugliche Frisur und erzählte dabei, wie sie und Minna sich am Tag zuvor als Kommentatorinnen des Spiels unserer ersten Damenmannschaft um Kopf, Kragen und Armschoner geredet hatten. Zudem klärten wir noch die Frage, wie brutal eigentlich Eishockey ist, warum die Pfandflaschenrückgabe der ekligste Ort auf der Welt sei und inwiefern Christopher rechtlich dafür belangt werden könnte, wenn er seinen Blumenkohl mit voller Wucht aus dem Fenster katapultiert und damit jemanden treffen würde. Jedoch konnten unsere Rechtsexperten Minna, Tea und Mannschafts-Cop Leonie Ufert die Schuldfrage nicht eindeutig klären, sodass wir ohne Auflösung dieses Falls ins Aufwärmen starteten.

Auf den Tribünen sammelten sich bereits die Zuschauer sowie Zuschauerhund, mehr oder weniger gespannt, was ihre Lieblingsmannschaft denn diesmal aufs Volleyball-Parkett legen würde. Ceyda zumindest freute sich zunächst über den sauberen Boden, bevor sie diese Information ein paar Minuten später als „Fake-News“ deklarieren musste, weil ihre Hände nach den ersten Bodenaktionen doch schon ziemlich staubig waren.
Unsere Kapitänin konnte sich beim ersten Schiri, den wir schon ein paar Mal gesehen hatten, diesmal von ihrer besten Seite zeigen und vergaß weder den Handschlag, noch war sie zum Zeitpunkt der Auslosung auf der Toilette. Chapeau!
Dafür verlor sie zwar auch sofort die Auslosung, aber man kann ja auch nicht alles haben. Es ging also mit Annahme in dieses Spiel, das man eigentlich klar gewinnen wollte. Doch von diesem Vorhaben konnte man im ersten Satz so gut wie gar nichts erkennen. Uns gelang wenig und so liefen wir einem Rückstand hinterher. Vor allem in der Abwehr haperte es massiv. Wir hatten solche Probleme, dass nicht nur Christopher sich fragte, was zum Teufel wir dort eigentlich fabrizierten. Gegen Ende wurde es wieder besser, aber es reichte nicht zum Satzgewinn.

Doch wenn wir für eins bekannt sind, dann sind es wilde Achterbahnfahrten. Im zweiten Satz ließen wir wenig anbrennen. Unsere Aufschläge brachte die Holter Annahme stark in Bedrängnis und auch sonst war man ziemlich überlegen. Mit einem deutlichen 25:08 Sieg revanchierten wir uns.
Man könnte meinen, dass der erste Satz vielleicht nur ein Ausrutscher war, die Hörderinnen nun endlich ins Spiel gefunden hatten und dann eben mit einem schnellen 3:1-Sieg das Spiel beenden würden. Tja, statt den zweiten Satz zu wiederholen, nahmen wir uns lieber den ersten zum Vorbild. Wieder machte man viel zu viele und zu einfache Fehler, sodass die Holterinnen sich den dritten Satz holen konnten. Sinnbildlich für diesen Tag ist vermutlich Leonie D.‘s Kopf- und anschließende Brustabwehr, die glücklicherweise nur ihr Ego verletzte.

Maga klärte ihre Kolleginnen vor dem vierten Durchgang noch über ihr Gedächtnis auf, das sich an manche Sachen nur noch unscharf erinnern konnte, weil sie ihr Gehirn nicht auf „Memory Pro“ geupgradet hatte, aber das war vielleicht gar nicht mal so übel, denn dieser Sonntag fühlte sich bisher wie ein Tag an, den man lieber vergessen wollte. Die Ansprachen von Trainer Christopher und die damit verbundene Androhung, dass er bald platzen würde, brachte zumindest einen gewissen Erfolg, denn im vierten Satz lief es besser für uns. Zwar zeigten wir immer noch keine Top-Leistungen, aber wir schafften es, uns abzusetzen und letztendlich den Satz zu gewinnen.

Es ging also in den Tie-Break – mal wieder! Gegen Ende wurde es zwar nochmal mehr als wackelig, doch wir behielten die Nerven und holten uns das fünfte Mal in Folge einen Sieg in fünf Sätzen. Trotzdem war niemandem auf dem Feld so richtig nach Feiern zumute, kurz überlegten wir sogar, ob man den Siegesjubel „Hier regiert der TVH“ überhaupt anstimmen sollte, denn eine stabile Regierung war es nicht gewesen.

Nun stehen für die F2 noch zwei Spiele in dieser Saison an. Der Klassenerhalt ist auf alle Fälle geschafft. Es bleibt abzuwarten, ob man die Saison auf Platz drei, vier, fünf oder sechs abschließen wird. Und ob die Hörderinnen es auch mal wieder schaffen, ein Spiel in unter fünf Sätzen zu beenden.

 

Die Stimmen zum Spiel:

Maga: Für Geld hol ich mir auch gerne mal ‘ne Lungenentzündung.

Tea: Warum spielen wir wie überfahren?

Christopher: Ich musste um neun Uhr morgens Blumenkohl von der Straße sammeln.

Minna: AUF DIE FRESSE! AUF DIE FRESSE!

Lara: Ihr kennt nicht Bella Napoli von Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys? In welcher Welt lebt ihr?!

Tea: Der Kameramann stirbt nie.

Ceyda: Noch vier Punkte rasieren, dann sind wir erlöst.

Christopher: Heute hat jeder seine eigene Scheiße gespielt.

Leonie D.: Ich wünschte, der Headshot hätte mich getötet.

Mama Danne: Na ja, noch zehn Sätze, dann ist die Saison vorbei.

 

Die Krise gerade noch abgewendet haben: Ceyda Altintas, Alina Danne, Leonie Danne, Minna Dunkhorst, Laura Kunz, Greta Rustige, Magdalena Stojanovic, Teodora Stojanovic, Leonie Ufert und Lara Werth