Die Schlacht um Köln (2026 n.Chr.)

Nach dem gar tapferen Auftritt in der Festung zu Hörde wider die humanen Essener, brachen die Recken des TV Hörde abermals auf, ihr Geschick in einer neuen Schlacht zu prüfen. Diesmal führte ihr Weg gen Cölln, wo die Mannen des MTV Cölln ihrer harrten. Doch mir deuchte sogleich, dass in jener Halle seit Monden kein Feuer mehr im Ofen entfacht ward, alldieweil trotz holden Wetters eine gar beißende Kälte in den Mauern herrschte.

Doch schon bei der Ankunft offenbarte sich ein gar seltsames Schauspiel. Die Tore der Halle waren verriegelt. Nach kurzer Weil flog der Schlüssel – wie von einem fahrenden Botenkatapult entsandt – im hohen Bogen durch die Lüfte zu einem Cöllner Spieler, der ihn in einer Kunst des Drive-by-Throwings entgegennahm und die Pforte öffnete. Wahrlich ein Schauspiel, das selbst fahrenden Gauklern zur Ehre gereicht hätte.

Zu Beginn der Schlacht gingen die Hörder kurz in Führung, doch bald schwappte das Kriegsglück hinüber zu den Cöllnern. Es war ein Ringen auf Augenhöhe, alldieweil die Rosse der Hörder offenbar beschlossen hatten, heute nur im gemütlichen Trab zu flanieren statt in den Galopp zu gehen.

Als der Stand schließlich bei 24 zu 24 verharrte und alle Anwesenden den Atem anhielten, trat Eisenschulke, auch genannt Niklas, hervor wie ein Schmied, der den Hammer schwingt. Zweimal erhob sich der Cöllner Außenangreifer zum Angriff – und zweimal blockte Eisenschulke dessen Ball derart erbarmungslos gen Boden, dass dem armen Manne vermutlich kurzzeitig die Ahnenreihe durch den Kopf rauschte.
So fiel der erste Satz den Hördern zu.

Darauf ward der zweite Satz eingeläutet. Doch verlief er gar ähnlich dem ersten: Beide Lager errangen hier und da kleine Vorteile. Gleichwohl blieb eine gewisse Schläfrigkeit in den Reihen der Hörder bestehen, und selbst ein Wechsel auf der Außenflanke vermochte die Horde nicht recht zu erwecken. So geschah es denn, dass die Mannen aus Cölln den Satz mit 25 zu 23 an sich rissen.

Der dritte Satz zeigte ein ähnliches Bild, doch schlichen sich auf Seiten der Hörder mehr Fehler ein. Ihre Angriffe waren wenig wohlgesetzt, trugen kaum Frucht und flogen zwar über das Netz, doch meist so zahm wie eine Brieftaube mit Rheuma. Die Cöllner hingegen bauten ihre Bälle mit Geschick wieder auf und erwiesen sich im Angriff als listiger und sicherer. Also gewannen sie den dritten Satz redlich mit 25 zu 21.

Bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt – doch sterben tut sie dennoch. (Et id non est dictum calendarii.)

So nahm auch der vierte Satz seinen Lauf. Die Hörder erwachten nun langsam aus ihrem Schlummer. Sie erspielten sich eine ansehnliche Führung, und kurzzeitig glaubte man, das Blatt könne sich noch wenden.

Doch dann geschah das Unheil.

Der Schiedsrichter – offenbar ein Mann mit sehr eigenwilliger Auslegung der Wirklichkeit – traf eine Entscheidung, die von Falschheit kaum zu überboten ward. Der Punkt ging gegen Hörde, obwohl jeder mit funktionierenden Augen gesehen hatte, dass die Wahrheit eine andere war.

Die Hörder wankten, die Cöllner nutzten die Gelegenheit – und schließlich ging auch der letzte Satz mit 25 zu 23 an Cölln.

So endete die Schlacht zu Cölln:
Mit kalter Halle, fliegenden Schlüsseln, heroischen Blocks des Eisenschulke – und einem Schiedsrichter, der aus Zitronen Zitronen macht.

Die Schlacht schlugen:
Henrik Hester (C), Niklas Mielke (MVP), Jonathan Kühlmann, Frenz S(ch)önke, Alex Herbort, Maksym Horelov, Thies Lenzing, Adrian Reutter, Fabian Fingerhut, Jan Pieper, Frederick Woidneck
Stimmen aus dem Spiel:
„Jetzt aber schnell“
„Was ist F922?“ – „Das ist die Kölner Frauen Mannschaft 922. Die spielt im Scheißhaus“
„Kannst du mal schalten?“