TV Hörde II vs. VfL Ahaus
3:1
(25:15, 19:25, 31:29, 30:28)
„Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die letzten beiden Sätze von Hörde gegen Ahaus.“ So oder so ähnlich dürfte Einstein vielleicht neben seiner berühmten Relativitätstheorie auch die Theorie der unendlichen Sätze aufgestellt haben, für welche die Hörderinnen gleich zweimal den passenden Beweis lieferten. Aber kein Ende ohne einen Anfang. Der Spieltag begann vor den verschlossenen Türen der Hörder Festung. Im Nieselregen tauschten sich die ersten Spielerinnen über die anstehende Partie aus. Ratlosigkeit herrschte bei Merja, die zugab, dass sie nicht mal wusste, gegen wen wir an diesem Tag antraten, doch selbst die Nennung des Namens unseres Gegners half ihr nicht unbedingt weiter. Mit Ahaus kam eine Mannschaft zu Besuch, die uns so gänzlich unbekannt war, wie sonst nur Laura der Backofen ihrer Wohnung. Lediglich anhand der Tabelle erhielten wir eine Vorahnung davon, was uns erwarten würde, denn die Gegnerinnen reisten als Tabellenzweiter an.
Bei der F2 fand im Kader einiges an Rotation statt. Erfreulicherweise konnten wir Japan-Rückkehrerin Maga „Manga“ Stojanovic und Dänemark-Urlauberin Lara Werth wieder bei uns begrüßen, dafür fehlten Jetset-Bader (Hamburg) und Co-Trainer Martin Werth, der von Christopher für eigene häusliche Renovierungszwecke eingespannt wurde. An seiner Stelle nahm Leonie D. auf dem Co-Trainer-Stuhl Platz, nachdem die schlecht ausgeprägte Beinmuskulatur gepaart mit der Sprungkraft eines Sack Zements im Training dazu geführt hatte, dass sie sich beim Sprung auf einen Kasten „irgendetwas“ im Oberschenkel „kaputt“ machte, so lautete die Laiendiagnose.
Den Kader komplettierte Leonie Ufert, die später dazustieß und eine eigens zusammengezimmerte, fahrbare Getränkekiste mitbrachte, die deutlich schöner und stabiler war als das Gefährt, das uns zuvor eher mittelmäßige bis schlechte Dienste geleistet hatte.
Es konnte also ans Warmmachen gehen. Angeheizt vom Besuch bei den Eisadlern einen Abend zuvor brachten die Hörderinnen ordentlich Kampfbereitschaft und den ein oder anderen neuen Anfeuerungsspruch aus der Eishalle mit, besonders der feinfühlige Schlachtruf: „Auf die Fresse! Auf die Fresse!“ hatte es den Dortmunder Mädels angetan.
Im ersten Satz machten wir von Beginn an Druck. Was wir in der letzten Saison gerne mal verschlafen hatten, lief an diesem Tag glatt. In allen Bereichen waren wir zur Stelle, speziell im Angriff zeigten wir keine Gnade, und es knallte oftmals ordentlich im Feld der Gegnerinnen. Doch dann machten sich bereits erste Anzeichen einer Hörder Schwächephase bemerkbar, die an diesem Tag öfter auftreten sollte als gewünscht. Allerdings war sie hier nur von kurzer Dauer, und mit einer Aufschlagserie von Ivy beendeten wir den ersten Durchgang deutlich mit 25:15.
Spätestens im zweiten Satz zeigte sich, dass die Gäste unsere Schwächephasen durchaus für sich nutzen konnten. Wir blieben mehrmals im Läufer Vier stecken und produzierten dabei einfache Fehler in Serie. Ahaus punktete vor allem mit starken Angriffen über Außen und so ging dieser Satz mit 25:19 an unsere Gäste.
In Satz drei blieb es über lange Zeit ausgeglichen. Unser Spiel war geprägt von Phasen, in denen alles klappte, gefolgt von Phasen, in denen wenig funktionierte. Zwar donnerten wir die Angriffe ein ums andere Mal ins Feld der Gegnerinnen, aber machten uns durch Aufschlagfehler, Netzberührungen und Bälle, die ins Aus flogen, selbst das Leben schwer. Beide Teams lagen über die gesamte Satzlänge so dicht beieinander, dass die reguläre Punkteanzahl nicht ausreichte und es schien kein Ende nehmen zu wollen. Irgendwann gelang es uns dann schließlich doch, den Satz mit 31:29 für uns zu entscheiden – sehr zur Freude der Hörder Fans, die es immer besonders mochten, wenn ihre Lieblingsmannschaft es so spannend machte.
Drei Sätze waren nun gespielt und wir waren uns einig, dass es hier nicht auf fünf Sätze hinauslaufen sollte. Der Plan schien auch erst gut aufzugehen. Am Ende des Satzes hatten wir sechs Matchbälle – eigentlich eine mehr als komfortable Situation, aber dann erwischte uns wieder eine Schwächephase. Punkt für Punkt kämpften sich die Gegnerinnen wieder zurück und so verspielten wir die vermeintlich geglaubte Führung. Am Rand und auf der Tribüne stieg der Puls, als der Satz mal wieder nicht enden wollte. Erneut ging es hin und her, bis wir es endlich schafften, den Ball auf der gegnerischen Seite zu versenken und somit den Deckel zuzumachen.
Glücklich, aber erschöpft wurde der erste Heimsieg gefeiert. Allzu viel Zeit dafür bleibt jedoch nicht, am nächsten Sonntag wartet mit Lüdinghausen schon ein altbekannter Gegner auf uns.
Doch bis dahin freut man sich erstmal über die drei Punkte und Tabellenplatz drei.
Ende gut, alles gut!
Die Stimmen zum Spiel:
Merja: Ich weiß nicht mal, gegen wen wir heute spielen.
Christopher: Lara ist nie da, wenn ich sie brauche. Ich wollte wissen, ob das ihr Kaffeevollautomat ist, weil der heute echt günstig im Angebot ist.
Ceyda: Dortmund, ah yo!
Maga: Läufer vier, nicht mehr hier!
Ivy: Meine Mutter kommt heute. Meine Schwester hatte keinen Bock.
Alina: Meine auch nicht.
Schiri: Am Ende dachte ich, Hörde kippt wieder um.
Tea: Ich kann nicht mehr.
Lara: Wird das ein Siegerbild für OnlyFans?
Ceyda: Immer, wenn ich laut schreie, dreht sich was in meinem Kopf.
Laura: Christopher, kann ich schon mal gehen? Ich weiß jetzt nicht, wie wichtig deine Rede für mich ist.
Alle Phasen durchlebt haben: Ceyda Altintas, Laura Bachmann, Alina Danne, Minna Dunkhorst, Merja Hammer, Laura Kunz, Greta Rustige, Ivy Schulte, Magdalena Stojanovic, Teodora Stojanovic, Leonie Ufert und Lara Werth