VoR Paderborn II vs.TV Hörde II
2:3
(20:25, 22:25, 25:21, 25:21, 13:15)
Am Samstagmorgen quälte sich die Hörder F2 in aller Herrgottsfrühe aus ihren gemütlichen Betten, um sich pünktlich um 10:30 Uhr in der Halle in Paderborn zu treffen. Den meisten Teammitgliedern konnte man schon auf der Autobahn zur Begrüßung zuwinken, denn obwohl jede Fahrgemeinschaft einen etwas anderen Weg zur Halle nahm, kreuzten sich die Routen dann doch. Teilweise sorgte es allerdings für zwischenzeitige Verwirrung, wenn das andere Auto eine unterschiedliche Abzweigung nahm und plötzlich vor einem wieder auftauchte, aber so weit so gut: alle Wege führen nach Paderborn und so kamen wir schließlich in unserer Spielstätte an. Am Ort des Geschehens kam es zur ersten Ernüchterung. Architektonisch stach diese Halle vor allem durch merkwürdige Türen, die knapp einen Meter über dem Boden eingelassen waren und der Suche nach einer Kabine mit Dusche sowie einer Toilette hervor. Das Innere der Halle wurde von Marlene recht passend beschrieben: „Das ist sehr breit und sehr wenig hoch.“ Sehr breit war auch der Kader der F2, lediglich Tea fehlte, deren Arbeitskraft an diesem Tag vom heimischen Supermarkt gefordert wurde.
Während die Gastgeberinnen sich warmmachten, wurden teamintern erstmal Neuigkeiten ausgetauscht. Ivy offenbarte sich als selbsternannte Burnout-Expertin und bot ihren Mitspielerinnen freudig ihre Hilfe an, Maga verkündete selbstbewusst, dass sie unsere Mannschaft fußballerisch in der Kreisliga A verordnete. Eine Aussage, die Christopher stark anzweifelte, aber das vermutlich nur, weil er die roten Ronaldos doch lieber weiter im Volleyball trainieren wollte. Zudem wurde sich nach dem Zustand von Laras Finger erkundigt, der beim Abschlusstraining zeitweise in einem fragwürdigen Winkel von ihrer Hand abstand (Zitat Lara: „Das sieht nicht richtig aus.“). Nachdem Mannschaftsmedicus Rabea diesen Finger in Ordnung gebracht hatte, fasste Lara den Zustand nun wie folgt zusammen: „Minimal dick, minimal blau und minimale Schmerzen.“ Damit gab man sich zufrieden und so machte sich die F2 ebenfalls ans Aufwärmen.
Ceyda gewann (!) die Auslosung, vielleicht das erste Indiz, dass an diesem Tag etwas falschlief. Satz Eins startete mau. Vielleicht lag es an der Uhrzeit, aber es wirkte alles noch recht „schläfrig“. Wir behielten trotzdem die Zügel in der Hand und beendeten ihn mit 20:25. Von einer souveränen Leistung konnte man dabei jedoch nicht sprechen.
Auch im zweiten Satz lag man gerne mal ein paar Punkte hinten, bevor man die Gastgeberinnen dann doch in der Crunchtime überholen konnte und nochmal eine Spur knapper den Satz gewann. Obwohl man sich in der vergangenen Woche hauptsächlich dem Thema Abwehr gewidmet hatte, entschieden wir uns einstimmig dafür, alles, was wir trainiert hatten, gekonnt nicht anzuwenden. Bälle fielen hinein, ohne dass sich eine Hörderin bewegte, sodass der höchste Pulsschlag des Teams vermutlich bei Trainer Christopher zu finden war.
Trotzdem stand es 2:0 in Sätzen für uns, was erfolgreicher klang, als es sich angefühlt hatte. Zum Sieg fehlte also nur noch ein Satz, aber anstatt nun den Schlusssprint zu zünden, trotteten die Hörder Pferde gemütlich einem 6-Punkte-Rückstand hinterher. Die Paderborner Gummiwand hatte sich endgültig aufgebaut und stellte uns vor einige Probleme. Das Hörder Feuer wurde immer schwächer und langsam aber sicher fragte man sich doch, ob wir Ivys neu erlangtes Wissen gegen Burnout noch brauchen würden. Die Gastgeberinnen gewannen den dritten Satz schließlich mit 25:21.
Gut, den Satz hatte man abgegeben, trotzdem wollten sich die Hörder Rösser nicht selbst scheumachen. Maga verkündete in der Satzpause den Schlachtplan: „Lass mal acht Punkte vorneliegen und nicht acht Punkte hinten. Das macht es einfacher.“ Bestechende Argumentation, die ihren Mitspielerinnen allerdings nicht so richtig einleuchten wollte. Wie sollte man es denn dann spannend machen, wenn man nicht einem ewig langen Rückstand hinterherlief?
Man kennt ja den altbekannten Spruch und oftmals Motto beim TV Hörde, dass ein gutes Pferd nur so hoch springt, wie es muss. Nun ja, das Hörder Pferd hatte die ersten beiden Hindernisse gerade so überwunden, das dritte schon gerissen und stolperte im vierten Satz so extrem durch die Gegend, dass selbst Bibi und Tina mit ihrer Expertise am Ende gewesen wären und es vermutlich zum Abschuss freigegeben hätten. Zwischenzeitlich lagen wir mit 13:22 hinten, doch dann rappelten wir uns auf und mobilisierten nochmal alle Pferdestärken. Der Rückstand verkleinerte sich zusehends, war am Ende aber doch zu groß, sodass die Gastgeberinnen sich auch den zweiten Gewinnsatz auf ihr Konto holten.
Die maximal mögliche Satzanzahl war in der Vergangenheit nicht immer gut für uns ausgegangen. Viermal hatten wir in dieser Saison schon in Überlänge gespielt und dabei erst ein Spiel für uns entschieden, welches das Hinspiel gegen Paderborn gewesen war. Dieses Ergebnis wollten wir nochmal wiederholen. Mit der besten Teamleistung des Tages und einem Todes-Pritscher von Marlene setzten wir dem Spiel mit 15:13 ein Ende.
Im Anschluss waren sich die Hörderinnen einig, dass das Beste an diesem Spiel das Endergebnis gewesen war und Ivy ihre Dienste als Burnout-Expertin vielleicht lieber den mitgereisten Fans anbieten sollte, die in diesem Spiel einiges mit ihrer Lieblingsmannschaft durchmachen mussten.
Doch die Chance auf Wiedergutmachung besteht: am 24.01. geht es gegen den Tabellenersten aus Mesum. Bis dahin bleibt den Hörder Pferden noch Zeit zu trainieren, damit sie wieder ein bisschen höher springen können.
Die Stimmen zum Spiel:
Ivy: Leute, ist einer von euch emotional erschöpft? Ich kann euch helfen.
Lara: Warum machen wir das immer so?
Christopher: Kauft euch ‘ne f*cking clock.
Schiri: Irgendwann habt ihr einfach aufgehört, euch zu bewegen.
Merja: Ich habe bisher mehr Zuspiele gemacht als Maga.
Christopher: Warum immer mit einem Arm? Ich check‘ es nicht.
Marlene: Heute ist Samstag, oder? Ich bin arbeitslos, ‘tschuldigung.
Beinahe vergaloppiert haben sich: Ceyda Altintas, Sophia Bader, Alina Danne, Leonie Danne, Minna Dunkhorst, Merja Hammer, Laura Kunz, Marlene Lösing, Greta Rustige, Ivy Schulte, Magdalena Stojanovic, Leonie Ufert und Lara Werth