TV Hörde II vs. TSC Gievenbeck
3:2
(25:18, 19:25, 25:22, 18:25, 15:12)
Für den verschneiten Valentinstag hatte sich die Hörder F2 ein Date organisiert. Man wollte mit dem TSC Gievenbeck eine alte Flamme wiedertreffen, von der man sich in der Hinrunde eher schmerzlich mit einer 3:2 Niederlage getrennt hatte. Den Herzschmerz hatte man seitdem eigentlich gut verarbeitet; geplant war also kein Rosenempfang, sondern ein höchst unromantischer, schneller Sieg. Die Ausgangslage dafür war allerdings recht ungünstig. Eine Krankheits- und Verletzungswelle war über uns hereingebrochen, zweimal musste das Training in den letzten beiden Wochen schweren Herzens abgesagt werden, weil man nicht genug Spielerinnen zusammenbekam. Neben Marlene und Merja ist nun auch Ivy am Fuß verletzt und fällt längerfristig aus, Maga und Laura K. erwischte eine Erkältung und Leonie D. plagten ominöse Knieprobleme, weswegen nur neun Spielerinnen mit von der Partie waren. Darunter Laura B. (auch bekannt als Laura Ö.), die eigentlich eine Fernbeziehung aus Österreich mit ihrer Lieblingsmannschaft aus Dortmund führte, sich aber kurzzeitig wieder in der alten Heimat befand und sich netterweise dazu bereit erklärte, zur Unterstützung vorbeizukommen.
Um zehn Uhr trafen sich die Hörderinnen im romantischen Phoenix-Gymnasium, um alles für das spätere Rendezvous vorzubereiten. Leonie U. erwischte allerdings alles andere als einen guten Start in den Tag und berichtete uns von Autoproblemen und heruntergefallenen Backwaren, die für ein mittelschweres Gefühlschaos bei unserer Diagonalspielerin sorgten. „Es kann eigentlich nicht mehr schlimmer werden, außer ich brech‘ mir heute ein Bein“, verkündete sie, was der Volleyballgott hoffentlich überhört hatte, denn eine weitere verletzte Hörderin konnten wir wirklich nicht gebrauchen.
Nachdem das Netz aufgebaut, der Boden von Minna nochmal gefegt und Content für den Instagram-Account erstellt wurde, ging es dann auch endlich an den Ball. Die Gievenbeckerinnen sperrten versehentlich noch Ceyda im Geräteraum ein, die sich glücklicherweise noch per Klopfzeichen bemerkbar machen und befreit werden konnte, ehe der erste Satz begann.
Trainer Christopher erklärte den neun Valentinas gleich das Ziel für das heutige Spiel: ein schneller Sieg – gerne in weniger als fünf Sätzen, wie es in den letzten drei Spielen der Fall gewesen war. Im ersten Satz ging dieser Plan zunächst voll auf. Mit einem Traumstart zum Verlieben legten wir vor, zwischenzeitlich stand es 17:8. Doch ein paar Geschenke wollte die F2 natürlich auch noch verteilen. Man ließ die Gievenbeckerinnen nochmal ordentlich aufholen, trotzdem reichte es für einen souveränen 25:18 Satzgewinn.
Vor dem zweiten Satz kam es dann zur Premiere für viele Spielerinnen. Der Schiedsrichter hatte genug von der Zeitverzögerung und zeigte dem Gievenbecker Team zwar keine Red Flag, dafür aber die gelbe Karte, was manche von uns in ihrer Volleyball-Laufbahn noch nie erlebt hatten. Davon beeindrucken ließen sich die Gäste allerdings wenig. Im zweiten Satz lief es ähnlich wie im ersten, dafür allerdings mit vertauschten Rollen. Nun gerieten wir ordentlich in Bedrängnis. Die Annahme wackelte, aber vor allem die Abwehr sorgte bei Christopher und seinem Team erneut für Herzschmerz. Zusammen mit vielen Eigenfehlern liefen wir den ganzen Satz über einem Rückstand hinterher, und unsere Gäste ließen sich nicht lange bitten und entschieden ihn mit 25:19 für sich.
Mit neuer Motivation ging es in den dritten Satz. Die Abwehr und Annahme stabilisierten sich und auch der Angriff konnte sich sehen lassen. Ab der Mitte des Satzes machten wir allerdings wieder vermehrt „Doofheits-Fehler“ (O-Ton Christopher), die unsere Gegnerinnen ziemlich nah an uns rankommen ließen, doch der Vorsprung reichte zum Satzgewinn aus.
Die zahlreichen Zuschauer auf der Tribüne sollten auch an diesem Tag wieder voll auf ihre Kosten kommen. Die Achterbahnfahrt ging munter weiter. Besonders im Block hatten wir Probleme, richtig zuzupacken, sodass viele Bälle von uns ins Aus geblockt oder unglücklich abgefälscht wurden. Es gab einige hart umkämpfte Ballwechsel mit spektakulären Rettungsaktionen auf beiden Seiten, allerdings häufiger mit glücklicherem Ende für den TSC, die den Satz mit 25:18 auf ihr Konto holen.
In der Satzansprache vor dem Tiebreak brachte es Ceyda ganz gut auf den Punkt: „Das Spiel holen wir uns jetzt! Fünf Sätze können wir.“
Sie sollte Recht behalten, denn ähnlich wie im ersten Satz legten wir gut vor und wechselten schließlich mit 8:2 die Seiten. Gegen Ende machten wir es nochmal spannend. Eine gute (!) Annahme (!!) von Mittelblockerin (!!!) Alina (!!!!) wurde von Sophia noch in ein gutes Zuspiel verwandelt und brachte uns mit einem Angriff über Außen schließlich den letzten Punkt ein.
Fazit: Das Spiel war auf jeden Fall keine Liebe auf den ersten Blick, sondern ziemlich holprig. Die Hörderinnen sorgten sowohl bei sich selbst, als auch bei Fans und Trainer für erhöhten Puls, aber oftmals nicht nur aus guten Gründen. Zumindest kam es schlussendlich weder zu gebrochenen Herzen noch zu gebrochenen Beinen und trotz dezimierter Spielerinnenanzahl konnten wir einen Sieg verbuchen.
Aller guten Dinge sind eben Fünf!
Die Stimmen zum Spiel:
Christopher: Willst du Co-Trainer machen oder deiner Mutter Volleyball erklären?
Leonie U.: Wie oft kann man in einem Spiel ins Netz packen? Zwanzig Mal?
Greta: Ich fand’s so scheiße.
Alle: Let’s go, Hörde, let’s go.
Alina: Ich habe mehr Bälle mit dem Kopf geblockt als mit den Armen.
Ivy: Jungs, wie wär’s mal mit drei Sätzen?
Christopher: Ich kann das nicht mehr.
Sieger des Spiels und Sieger der Herzen sind: Ceyda Altintas, Laura Bachmann, Sophia Bader, Alina Danne, Minna Dunkhorst, Greta Rustige, Teodora Stojanovic, Leonie Ufert und Lara Werth